Realität und Wahrnehmung der Einkommensteuerbelastung

Abstract

Der Beitrag zeigt, dass Fehlwahrnehmungen im Zusammenhang mit der Einkommensteuer weit verbreitet sind. So wird die Durchschnittssteuerbelastung für das eigene Einkommen im Mittel ebenso deutlich überschätzt wie für vorgegebene Einkommen. Dagegen wird die Grenzsteuerbelastung für hohe sowie sehr hohe Einkommen deutlich unterschätzt, während sie für das eigene Einkommen im Mittel nahezu richtig geschätzt wird. Letzteres resultiert aber einzig daraus, dass sich Über- und Unterschätzungen im Durchschnitt praktisch ausgleichen. Die Schätzwerte streuen für sämtliche Steuerbelastungen enorm, wobei den Befragten die Schätzung der Grenzsteuerbelastung noch mehr Probleme bereitet als die der Durchschnittssteuerbelastung. Die Befragten haben ebenso Schwierigkeiten, die Höhe der Einkommensgrenze, ab der man zu den Top-10 %- bzw. Top-1 %-Einkommensbezieher zählt, zu schätzen. Beide Einkommensgrenzen werden dramatisch überschätzt. Erheblich unterschätzt wird dagegen der Beitrag der Top-10 %-Einkommensbezieher zum gesamten Einkommensteueraufkommen. Auch ist das Wissen um die Verpflichtung der Abgabe einer Steuererklärung nicht sonderlich ausgeprägt.

Beteiligte Institutionen

Die Hauptstandorte vom TRR 266 sind die Universität Paderborn (Sprecherhochschule), die HU Berlin und die Universität Mannheim. Alle drei Standorte sind seit vielen Jahren Zentren für Rechnungswesen- und Steuerforschung. Hinzu kommen Wissenschaftler der LMU München, der Frankfurt School of Finance and Management, der WHU – Otto Beisheim School of Management, der ESMT Berlin, der Goethe-Universität Frankfurt und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die die gleiche Forschungsagenda verfolgen.