Warum interessieren sich Politiker für Rechnungslegung?

Abstract

Am Beispiel der politischen Diskussionen in den USA um die Bilanzierung von Aktienoptionsprogrammen und die Fair-Value-Bewertung zeigen wir, dass neben persönlichen Interessen aufgrund von Verbindungen zu Unternehmen und Lobbygruppen auch politische Ideologie das Verhalten von Politikern sowie ihren Einsatz für oder gegen bestimmte Bilanzierungsregeln erklärt. Mittels detaillierter Auswertung von umfangreichen Daten zu Wortbeiträgen von Politikern, z.B. in Reden, Interviews, Gesetzentwürfe, zu ihren Verbindungen mit Interessengruppen aus der Industrie und zu ihren ideologischen Ansichten wird erkennbar, dass gerade wenn ideologisch geprägte Themen die tagesaktuelle Berichterstattung in den Medien prägen, die ideologische Einstellung von Politikern ein wichtiger Erklärungsfaktor für ihre Haltung zu Rechnungslegungsfragen wird, die sich auf diese Themen auswirken.

Beteiligte Institutionen

Die Hauptstandorte vom TRR 266 sind die Universität Paderborn (Sprecherhochschule), die HU Berlin und die Universität Mannheim. Alle drei Standorte sind seit vielen Jahren Zentren für Rechnungswesen- und Steuerforschung. Hinzu kommen Wissenschaftler der LMU München, der Frankfurt School of Finance and Management, der WHU – Otto Beisheim School of Management, der ESMT Berlin, der Goethe-Universität Frankfurt und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die die gleiche Forschungsagenda verfolgen.