{"id":24490,"date":"2026-02-25T16:00:04","date_gmt":"2026-02-25T15:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.accounting-for-transparency.de\/?page_id=24490"},"modified":"2026-05-08T16:51:31","modified_gmt":"2026-05-08T14:51:31","slug":"berichtsluecken-schliessen-manipulationen-greenwashing-vermeiden","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.accounting-for-transparency.de\/de\/berichtsluecken-schliessen-manipulationen-greenwashing-vermeiden\/","title":{"rendered":"Berichtsl\u00fccken schlie\u00dfen: Manipulationen & Greenwashing vermeiden"},"content":{"rendered":"\n

Nachhaltigkeitsberichte sollen eigentlich Transparenz schaffen und zeigen, wie Unternehmen in \u00f6kologischen und sozialen Fragen Verantwortung \u00fcbernehmen. In der Praxis wird dieses Ziel jedoch oft verfehlt: Statt klarer Fakten finden sich nicht selten gesch\u00f6nte Darstellungen, die eher dem Unternehmensimage dienen als der tats\u00e4chlichen Aufkl\u00e4rung. Dieses sogenannte Greenwashing <\/mark><\/em>reicht von \u00fcbertrieben positiven Aussagen \u00fcber Umweltfreundlichkeit bis hin zu zweifelhaften Klimaversprechen oder CO\u2082-Kompensationen, deren Nutzen fraglich ist. Auch im sozialen Bereich gibt es mit Bluewashing <\/em><\/mark>\u00e4hnliche Strategien. Z. B. wenn Unternehmen mit gro\u00dfen Symbolen wie der UN-Agenda werben, ohne wirklich etwas umzusetzen. Ein weiteres Problem liegt in den Kennzahlen selbst, da viele Daten auf Annahmen und Sch\u00e4tzungen beruhen. Dadurch werden Vergleiche erschwert \u2013 und es entstehen M\u00f6glichkeiten, ESG-Daten bewusst zu besch\u00f6nigen. <\/p>\n\n\n\n

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Die TRR 266 Forschung zeigt, in welchen Bereichen Verbesserungsbedarf herrscht und was Regulierer tun k\u00f6nnen, um Manipulation und Greenwashing zu vermeiden.<\/em><\/p>\n\n\n\n

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Manipulationen, Greenwashing und Rosinenpickerei<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten Jahren stehen Unternehmen unter zunehmendem Druck, zu zeigen, wie sie sich f\u00fcr Umwelt, Gesellschaft und gute Unternehmensf\u00fchrung (ESG) engagieren. Neue verpflichtende Vorschriften wie die Europ\u00e4ischen Standards f\u00fcr die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) sollen diese Art der Berichterstattung transparenter und vergleichbarer machen. Quantitative Informationen, also harte und \u00fcberpr\u00fcfbare Fakten wie C0\u00b2-Emissionen, k\u00f6nnen dazu beitragen. ESG-Berichte bestehen jedoch auch aus qualitativen, narrativen Informationen. Informationen, die schwer zu \u00fcberpr\u00fcfen und interpretationsf\u00e4hig sind. Das l\u00e4sst Managern Spielraum, Unternehmensinformationen besser darzustellen als sie tats\u00e4chlich sind. Nutzen Unternehmen diese Grauzone zu ihrem Vorteil? Und wie k\u00f6nnten Berichtspflichten dies verbessern? <\/em><\/p>\n\n\n\n

Das zeigt die TRR 266 Forschung:<\/em><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Manager pr\u00e4sentieren ESG-Informationen strategisch<\/h3>\n\n\n\n

Diese Studienergebnisse <\/a>zeigen, dass Manager weiche Informationen im Rahmen der verpflichtenden Berichterstattung strategisch pr\u00e4sentieren. Dieses Verhalten betrifft auch die ESG-Berichterstattung, da diese nach wie vor auf auch auf unpr\u00e4zisen, weniger \u00fcberpr\u00fcfbaren Informationen basiert. Dies gibt Managern die M\u00f6glichkeit, den Ton strategisch einzusetzen, um die Erwartungen von Investoren und Analysten zu beeinflussen. Die Forschenden kommen zu folgenden Ergebnissen: Wenn die Aussichten f\u00fcr die Performance g\u00fcnstig sind, neigen Manager dazu, einen \u00fcberm\u00e4\u00dfig positiven Tonfall anzuschlagen. Weniger g\u00fcnstige Aussichten werden oft vorsichtiger kommuniziert, wie beispielsweise in weniger sichtbaren Bereichen oder schwer verst\u00e4ndlich berichtet. Selbst verpflichtende Informationen k\u00f6nnen so dargestellt werden, dass sie die Wahrnehmung der Lesenden gezielt steuern \u2013 z.\u202fB. durch Platzierung, grafische Darstellung oder Einbettung in einen positiven Kontext.<\/p>\n\n\n\n


Bei dieser Entscheidung m\u00fcssen sie die kurzfristigen Vorteile gegen die Risiken eines zuk\u00fcnftigen potenziellen Imageschadens abwiegen. Kurzfristig kann die Wahrnehmung von Anlegern durch die gezielte Darstellung so positiv beeinflusst werden. Langfristig k\u00f6nnte die Strategie aber dem Unternehmen schaden, wenn sich sp\u00e4ter herausstellt, dass Informationen \u00fcbertrieben dargestellt wurde. Au\u00dferdem steigt die Wahrscheinlichkeit einer voreingenommenen Berichterstattung, wenn die Verg\u00fctung eines Managers stark an die Performancegekoppelt und die interne Kontrolle schwach ist.<\/p>\n\n\n\n

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Um extreme Verzerrungen in der Berichterstattung zu vermeiden, m\u00fcssen Unternehmen und Aufsichtsbeh\u00f6rden ein Gleichgewicht zwischen Anreizen und internen Kontrollen finden. Ohne starke interne Kontrollen k\u00f6nnen dieselben Anreize zu \u00fcberm\u00e4\u00dfig verzerrten und weniger vertrauensw\u00fcrdigen Berichten f\u00fchren. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Zur Publikation:<\/strong><\/p>\n\n\n

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No. 185: Strategic Presentation of Mandatory ESG Disclosures<\/a><\/h3>\n
\n \n 2024<\/span>\n Working Paper<\/span>\n <\/small>\n
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Kontakt zu den Forschenden:<\/strong><\/p>\n\n\n

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\n Anna Rohlfing-Bastian<\/span>\n
\n Goethe University Frankfurt<\/span>\n
\n Local Spokesperson Goethe University<\/strong><\/span>\n \n \n \n A02<\/span>\n <\/a>\n \n \n A04<\/span>\n <\/a>\n <\/span>\n \n \n Write email<\/a>\n \n <\/use>\n <\/svg>\n <\/span>\n \n Website aufrufen<\/a>\n \n <\/use>\n <\/svg>\n <\/span>\n <\/span>\n <\/p>\n \n \n \n \n \n \n \n

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Offenlegung der Steuerstrategie verleitet zum Greenwashing<\/h3>\n\n\n\n

Steuern werden zunehmend als Teil der sozialen Verantwortung von Unternehmen angesehen. Weltweit verlangen nationale und internationale Vorschriften, dass multinationale Unternehmen mehr Informationen \u00fcber ihre Steuerangelegenheiten offenlegen, um ihre Handlungen transparenter zu gestalten und die Einhaltung der Steuergesetze zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n


Eine
neue Studie<\/a> untersucht die Auswirkungen des britischen Tax Strategy Mandate von 2016, einer qualitativen Vorschrift, die gro\u00dfe Unternehmen zur Offenlegung ihrer Steuerstrategien verpflichtet. Die Vorschrift zielt darauf ab, Transparenz zu erh\u00f6hen und Steuervermeidung zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n

Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen zwar den Umfang der Offenlegungen ihrer Steuerstrategien in ihren Jahres- und Einzelberichten erweiterten, der Inhalt jedoch weitgehend standardisiert und repetitiv wurde. Bemerkenswert ist, dass die Richtlinie keine messbaren Auswirkungen auf die tats\u00e4chliche Steuerplanung oder -vermeidung hatte. Die effektiven Steuers\u00e4tze und die Nutzung von Steueroasen blieben unver\u00e4ndert. Die Forschenden kommen daher zu dem Schluss, dass die Richtlinie Unternehmen dazu ermutigt hat, sich als verantwortungsbewusste Steuerzahler darzustellen, ohne ihre tats\u00e4chlichen Praktiken zu \u00e4ndern. Mit anderen Worten: Die Offenlegungspflicht k\u00f6nnte zu einer Form von Greenwashing gef\u00fchrt haben, bei der gutes Verhalten eher durch Worte als durch Taten signalisiert wird. <\/p>\n\n\n\n

Diese Ergebnisse werfen kritische Fragen zur Wirksamkeit qualitativer Offenlegungspflichten auf. Im Gegensatz zu quantitativen Informationen sind qualitative Angaben f\u00fcr Au\u00dfenstehende schwer zu \u00fcberpr\u00fcfen. Dadurch ist der \u00f6ffentliche Druck weniger wirksam, um das Verhalten von Unternehmen zu \u00e4ndern. In der Praxis reagieren Unternehmen darauf mit ausf\u00fchrlicheren Erl\u00e4uterungen, um sich vor Kritik zu sch\u00fctzen, was jedoch h\u00e4ufig die Gesamtqualit\u00e4t ihrer Berichterstattung mindert, selbst in wichtigen Dokumenten wie Jahresberichten. Da die britischen Steuerstrategieberichte anderen Arten qualitativer CSR-Offenlegungen, die immer h\u00e4ufiger werden, sehr \u00e4hnlich sind, sind die Ergebnisse besonders relevant f\u00fcr politische Entscheidungstr\u00e4ger, die dar\u00fcber entscheiden, ob sie sich auf qualitative Offenlegungspflichten st\u00fctzen sollen. Ohne strengere \u00dcberpr\u00fcfungsmechanismen besteht die Gefahr, dass solche Ma\u00dfnahmen eher zu PR-Rhetorik als zu sinnvollen Unternehmensver\u00e4nderungen f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n

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Zur Publikation:<\/strong><\/p>\n\n\n

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Tax Strategy Disclosure: A Greenwashing Mandate?<\/a><\/h3>\n \n Journal of Accounting Research<\/span>\n
\n \n 2025<\/span>\n Journal Publication<\/span>\n <\/small>\n \n \n <\/div>\n \n
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Kontakt zu den Forschenden:<\/strong><\/p>\n\n\n

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\n Elisa Casi-Eberhard<\/span>\n
\n Norwegian School of Economics<\/span>\n
\n Research Fellow<\/strong><\/span>\n \n \n \n B07<\/span>\n <\/a>\n <\/span>\n \n \n Write email<\/a>\n \n <\/use>\n <\/svg>\n <\/span>\n \n Website aufrufen<\/a>\n \n <\/use>\n <\/svg>\n <\/span>\n <\/span>\n <\/p>\n \n \n \n \n \n \n \n

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\n Carol Seregni<\/span>\n
\n Wharton School of the University of Pennsylvania<\/span>\n
\n Research Fellow<\/strong><\/span>\n \n \n
\n A08<\/span>\n <\/a>\n <\/span>\n \n \n Write email<\/a>\n \n <\/use>\n <\/svg>\n <\/span>\n \n Website aufrufen<\/a>\n \n <\/use>\n <\/svg>\n <\/span>\n <\/span>\n <\/p>\n \n \n \n \n \n \n \n

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\n Barbara Stage<\/span>\n
\n WHU<\/span>\n
\n Research Fellow<\/strong><\/span>\n \n \n
\n B07<\/span>\n <\/a>\n <\/span>\n \n \n Write email<\/a>\n \n <\/use>\n <\/svg>\n <\/span>\n \n Website aufrufen<\/a>\n \n <\/use>\n <\/svg>\n <\/span>\n <\/span>\n <\/p>\n \n \n \n \n \n \n \n

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