{"id":23773,"date":"2025-09-15T16:00:54","date_gmt":"2025-09-15T14:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.accounting-for-transparency.de\/?p=23773"},"modified":"2026-05-08T12:04:02","modified_gmt":"2026-05-08T10:04:02","slug":"wenn-der-chef-versagt-wie-mittlere-fuehrungskraefte-ihre-ziele-ueberdenken-nachdem-sie-ihre-eigenen-verfehlt-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.accounting-for-transparency.de\/de\/wenn-der-chef-versagt-wie-mittlere-fuehrungskraefte-ihre-ziele-ueberdenken-nachdem-sie-ihre-eigenen-verfehlt-haben\/","title":{"rendered":"Wenn der Chef versagt: Wie mittlere F\u00fchrungskr\u00e4fte ihre Ziele \u00fcberdenken, nachdem sie ihre eigenen verfehlt haben"},"content":{"rendered":"

In der heutigen, zunehmend leistungsorientierten Gesch\u00e4ftswelt ist das Setzen von Zielen mehr als nur eine Planungs\u00fcbung \u2013 es ist ein wesentlicher Bestandteil von Motivation, Verantwortlichkeit und Strategie. Eine Studie von Jan Bouwens, Christian Hofmann und Nina Schwaiger \u201eTarget Setting in Hierarchies: The Role of Middle Managers<\/a>\u201d (Zielsetzung in Hierarchien: Die Rolle von mittleren F\u00fchrungskr\u00e4ften), ver\u00f6ffentlicht im \u201eJournal of Accounting Research\u201c, liefert neue Erkenntnisse dar\u00fcber, wie Leistungsziele in komplexen Organisationen festgelegt werden. Ihre Untersuchung deckt eine bislang wenig erforschte Dynamik auf: Wie mittlere F\u00fchrungskr\u00e4fte ihr Verhalten anpassen, wenn sie zuvor selbst gescheitert sind, insbesondere wenn sie Leistungsziele f\u00fcr ihre Teams festlegen m\u00fcssen.<\/span><\/em><\/p>\n

Das Problem: \u00dcberdenken Vorgesetzte ihre Strategie, wenn sie scheitern?<\/h3>\n

Die Studie befasst sich mit der Frage aus dem Bereich Management und Organisations\u00f6konomie: Beeinflusst das Nichterreichen von Leistungszielen durch einen mittleren Manager die Festlegung zuk\u00fcnftiger Ziele f\u00fcr seine Mitarbeitenden?<\/em><\/p>\n

Das Setzen von Zielen ist eine grundlegende Praxis in hierarchischen Organisationen. Manager st\u00fctzen sich auf eine Mischung aus Daten \u2013 historische Leistungen, Benchmarks von Kollegen, Marktbedingungen \u2013, um Ziele festzulegen, die sowohl anspruchsvoll als auch erreichbar sind. Aber was passiert, wenn die Manager selbst hinter den Erwartungen zur\u00fcckbleiben?<\/p>\n

Die Forschenden untersuchen, ob ein solcher Misserfolg die Art und Weise ver\u00e4ndert, wie Manager Leistungsinformationen bei der Festlegung neuer Ziele f\u00fcr ihre Teams nutzen. Diese Erkenntnis ist wichtig, da mittlere F\u00fchrungskr\u00e4fte eine zentrale Rolle bei der Weitergabe von Zielen aus der obersten F\u00fchrungsebene und deren Anpassung an die lokalen Gegebenheiten spielen. Wenn ihr eigenes Versagen ihre Strategie ver\u00e4ndert, k\u00f6nnte dies Auswirkungen auf die gesamte Unternehmenshierarchie haben.<\/p>\n

Wichtigste Erkenntnis: Manager nutzen vergangene Leistungen st\u00e4rker, wenn sie ihre eigenen Ziele verfehlen<\/h3>\n

Bouwens, Hofmann und Schwaiger analysierten Daten aus einer realen dreistufigen Organisation in Deutschland \u00fcber einen Zeitraum von sechs Jahren (2011\u20132016). Die Hierarchie umfasste die Zentrale (Auftraggeber), Regionalmanager (Vorgesetzte) und Filialleiter (Agenten). Die Umsatzziele wurden monatlich festgelegt und \u00fcberpr\u00fcft, und die mittleren F\u00fchrungskr\u00e4fte hatten die Befugnis, diese Ziele auf ihre Filialen zu verteilen.<\/p>\n

Die Autoren stellten fest, dass Regionalmanager (Vorgesetzte), die ihre eigenen Ziele nicht erreichten, bei der Festlegung der zuk\u00fcnftigen Ziele st\u00e4rker auf die bisherigen Leistungen ihrer Filialen zur\u00fcckgriffen. Im Einzelnen:<\/p>\n