{"id":27448,"date":"2026-06-22T10:07:50","date_gmt":"2026-06-22T08:07:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.accounting-for-transparency.de\/?p=27448"},"modified":"2026-06-22T10:09:00","modified_gmt":"2026-06-22T08:09:00","slug":"aussenwirtschaftliche-investitionskontrollen-und-geopolitische-risiken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.accounting-for-transparency.de\/de\/aussenwirtschaftliche-investitionskontrollen-und-geopolitische-risiken\/","title":{"rendered":"Wie wirksam sind au\u00dfenwirtschaftliche Investitionskontrollen bei der Minderung geopolitischer Risiken?"},"content":{"rendered":"

Zunehmende geopolitische Spannungen, hybride Bedrohungen und die strategische Bedeutung kritischer Infrastrukturen sowie neuer Technologien, haben die mit grenz\u00fcberschreitenden M&A-Investitionen verbundenen Risiken versch\u00e4rft. In den letzten Jahren haben Regierungen daher die Mechanismen zur au\u00dfenwirtschaftlichen Investitionskontrolle als vergleichsweise moderate Alternative zu strengeren protektionistischen Ma\u00dfnahmen ausgebaut. Doch sind diese Mechanismen wirksam bei der Minderung geopolitischer Risiken? Und welche (unbeabsichtigten) Folgen haben sie? TRR 266-Forscher Gerrit von Zedlitz untersucht diese Fragen in einer <\/em>aktuellen Ver\u00f6ffentlichung im \u201eWirtschaftsdienst\u201c<\/em><\/a> . F\u00fcr seinen Beitrag wurde er mit dem <\/em>Stiftungspreis der Stiftung Wissenschaftsforum Wirtschaftspr\u00fcfung und Recht 2025<\/em><\/a> ausgezeichnet.<\/em><\/span><\/p>\n

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Die globalen Kapitalm\u00e4rkte sind zunehmend mit geopolitischen \u00dcberlegungen verflochten. Insbesondere autorit\u00e4re Staaten nutzen ausl\u00e4ndische \u00dcbernahmen und Investitionen zunehmend nicht nur zu wirtschaftlichen Zwecken, sondern auch zur Verfolgung weitreichender geopolitischer und strategischer Ziele. Solche Investitionen k\u00f6nnen auf kritische Infrastruktur, Schl\u00fcsseltechnologien oder andere Verm\u00f6genswerte abzielen, die als wesentlich f\u00fcr nationale Interessen angesehen werden. Gleichzeitig stehen westliche Demokratien vor der Herausforderung, nationale Sicherheitsinteressen mit dem Grundprinzip des freien Kapitalverkehrs in Einklang zu bringen, das offenen Volkswirtschaften zugrunde liegt. Als Reaktion darauf, haben viele Regierungen ihre Mechanismen zur au\u00dfenwirtschaftlichen Investitionskontrolle ausgeweitet, um ihre geopolitischen Interessen zu wahren. Trotz der wachsenden politischen Bedeutung der Investitionskontrollen ist das wissenschaftliche Wissen zu diesem Thema \u00fcberraschend begrenzt. Durch die Zusammenfassung der vorliegenden Erkenntnisse liefert diese Studie mehrere wichtige Erkenntnisse dar\u00fcber, wie sich das Investment-Screening auf Marktteilnehmer und Kapitalm\u00e4rkte auswirkt, und schafft damit eine solidere Grundlage f\u00fcr politische Diskussionen und zuk\u00fcnftige Forschungsarbeiten.<\/p>\n

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Wie wirken sich au\u00dfenwirtschaftliche Investitionskontrollen auf das Marktverhalten aus?<\/strong><\/h3>\n

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie ist, dass Investitionskontrollen das Marktverhalten beeinflussen k\u00f6nnen, selbst wenn Regierungen nicht offiziell eingreifen. Allein die M\u00f6glichkeit, dass eine Transaktion gepr\u00fcft oder blockiert werden k\u00f6nnte, kann manche ausl\u00e4ndische Investoren davon abhalten, potenzielle Transaktionen durchzuf\u00fchren. Folglich k\u00f6nnen Kontrollmechanismen Investitionsentscheidungen beeinflussen, lange bevor offizielle Ma\u00dfnahmen ergriffen werden. Diese Erkenntnis unterstreicht den weitreichenden Einfluss regulatorischer Rahmenbedingungen. Ihre Auswirkungen gehen \u00fcber Einzelf\u00e4lle hinaus und pr\u00e4gen die Erwartungen auf dem gesamten Markt.<\/p>\n

Welche wirtschaftlichen Folgen haben au\u00dfenwirtschaftliche Investitionskontrollen?<\/strong><\/h3>\n

Die Studie wirft zudem wichtige Fragen zu den wirtschaftlichen Folgen von Investitionskontrollen auf. Die derzeitige Evidenz liefert noch keine eindeutige Antwort darauf, wie wirksam diese Ma\u00dfnahmen echte Sicherheitsrisiken bek\u00e4mpfen oder ob sie unbeabsichtigt wirtschaftlich vorteilhafte Transaktionen behindern. Dar\u00fcber hinaus ist die Einf\u00fchrung von Investitionskontrollen oft mit negativen Marktreaktionen verbunden. Diese Reaktionen spiegeln m\u00f6glicherweise eine erh\u00f6hte Unsicherheit der Investoren, Bef\u00fcrchtungen vor protektionistischen Eingriffen und Bedenken wider, dass staatliches Eingreifen die Marktkorrekturmechanismen schw\u00e4chen k\u00f6nnte. Solche Erkenntnisse legen nahe, dass die wirtschaftlichen Kosten von Kontrollmechanismen neben potenziellen Sicherheitsgewinnen sorgf\u00e4ltig abgewogen werden sollten.<\/p>\n

Auswirkung f\u00fcr die Interessengruppen<\/strong><\/h3>\n

Angesichts dieser potenziellen Auswirkungen auf M\u00e4rkte und Investitionsentscheidungen sind die Ergebnisse f\u00fcr verschiedene Interessengruppen von Bedeutung.<\/p>\n