Die steuerliche Forschungszulage – Hemmnisse und Reformansätze auf dem Weg zur Erfolgsgeschichte

Jahr: 2026
Typ: Journal Publication
Fachzeitschrift: Steuer und Wirtschaft

Abstract

Deutschland hat mit Einführung der Forschungszulage ein attraktives steuerliches Förderinstrument für Forschung und Entwicklung geschaffen. Trotzdem bleibt ihre Inanspruchnahme hinter den Erwartungen zurück. Im Rahmen einer explorativen Interviewstudie mit 34 Teilnehmenden untersuchen wir, (1) welche Erfahrungen Unternehmen, Intermediäre und Behörden mit der Forschungszulage gesammelt haben und (2) welche Handlungsempfehlungen sich daraus ableiten lassen. Wir zeigen, dass die Forschungszulage aufgrund der Förderbedingungen, der rückwirkenden Geltendmachung und der thematischen Offenheit als sehr attraktiv eingeschätzt wird. Die Antragsstufe bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage wird zwar positiver als die Antragsstufe beim Finanzamt bewertet, offenbart jedoch ebenfalls Defizite, z.B. im Hinblick auf fehlende Ansprechpartner oder den sich um das Instrument gebildeten Förderberatermarkt. Die Antragsstufe beim Finanzamt leidet unter erheblichen strukturellen Schwächen, insbesondere im Hinblick auf fehlende Transparenz, lange Bearbeitungszeiten, aufwendige bzw. bei rückwirkenden Anträgen kaum erfüllbare Dokumentationspflichten, bei Unternehmen in Schwierigkeiten und mit Blick auf zukünftige Betriebsprüfungen. Einschätzungen zur Einführung eines möglichen Self-Assessment-Verfahrens lassen auf ein großes Bedürfnis nach sicherheitsstiftenden Elementen schließen. Mit der anschließenden Diskussion von Handlungsempfehlungen leistet diese Studie einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Instruments – insbesondere vor dem Hintergrund der 2025 vorgesehenen Evaluierung des Forschungszulagengesetzes.

Beteiligte Institutionen

Die Hauptstandorte vom TRR 266 sind die Universität Paderborn (Sprecherhochschule), die HU Berlin und die Universität Mannheim. Alle drei Standorte sind seit vielen Jahren Zentren für Rechnungswesen- und Steuerforschung. Hinzu kommen Wissenschaftler der LMU München, der Frankfurt School of Finance and Management, der Goethe-Universität Frankfurt, der Universität zu Köln, der Leibniz Universität Hannover und der TU Darmstadt, die die gleiche Forschungsagenda verfolgen.

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