GBP-Monitor: Unternehmenstrends im April 2026
Die militärische Eskalation im Nahen Osten belastet die Bilanzen deutscher Unternehmen spürbar. Vor Kriegsbeginn nutzte noch jedes dritte Unternehmen bilanzpolitische Instrumente zum Aufbau stiller Reserven – dieser Anteil hat sich seit März halbiert. Der Rückgang signalisiert, dass verfügbare Bewertungsspielräume zunehmend ausgeschöpft sind, und die schwindenden stillen Reserven verengen unternehmerische Handlungsspielräume strukturell. Dies führt zu starken Anpassungsreaktionen: 68 % der besonders betroffenen Unternehmen planen Preiserhöhungen, 35 % Maßnahmen zur Fixkostensenkung, insbesondere Personalabbau. Dies führt zu einer starken Erwartungshaltung gegenüber der Politik: Die Omnibus-Initiative der EU, die zu einem Bürokratieabbau in Form geringerer Berichts- und Dokumentationspflichten insbesondere im Nachhaltigkeitsbereich führen soll, wird noch stärker begrüßt als zuvor (65 % vs. 57 %). Den stärksten Reformbedarf sehen Unternehmen jedoch in der Steuerpolitik, von der sich fast 70 % der vom Krieg direkt belasteten Unternehmen Erleichterungen erwarten.