Vereinfachung der globalen Mindeststeuer: Eine einfache, aber praktikable Lösung

Die Einführung der globalen Mindeststeuer (GloBE, auch bekannt als zweite Säule) führt zu Kritik seitens der betroffenen Unternehmen. Die Einhaltung der Regeln ist sehr komplex. In Zusammenarbeit mit der OECD schlagen TRR 266-Forscherin Deborah Schanz, Joachim Englisch von der WWU Münster mit ihren Teams einen Weg vor, die Steuer für Unternehmen durch die Minimierung der Einhaltungskosten attraktiver zu machen. Ihre Lösung: Unternehmen sollten von der Abgabe einer GloBE-Erklärung für diejenigen Länder befreit werden, in denen sie den vereinbarten Mindeststeuersatz wahrscheinlich leicht erreichen können.

Im Jahr 2021 haben sich 137 Länder auf eine globale Mindeststeuer geeinigt, die darauf abzielt, dass große Unternehmen ihren gerechten Anteil zahlen. Je mehr Details über den Rahmen der zweiten Säule bekannt werden, desto mehr kritisieren die betroffenen Unternehmen den Aufwand und die Herausforderung, die neuen Regeln einzuhalten. So muss beispielsweise jedes Unternehmen für jedes Land, in dem es tätig ist, eine so genannte „GloBE-Erklärung“ abgeben. Diese Erklärung dient dazu, den effektiven Steuersatz des Unternehmens in dem jeweiligen Land anzugeben und zu bestätigen, dass er unter dem Mindeststeuersatz von 15 % liegt.

Im Vorgriff auf die bevorstehenden Verhandlungen darüber, wie die Einhaltung der zweiten Säule erleichtert werden kann, wurden wir von der OECD aufgefordert, eine Vereinfachung der Vorschriften vorzuschlagen. Nach sorgfältiger Prüfung aller Möglichkeiten haben wir eine praktikable Vereinfachung gefunden. Unternehmen sollten von der Abgabe einer vollständigen GloBE-Erklärung für diejenigen Länder befreit werden, in denen sie höchstwahrscheinlich Steuern zu einem Satz über dem Mindeststeuersatz von 15 % zahlen werden.

Konkret schlagen wir eine Gestaltungsoption für einen administrativen Safe Harbor vor, der auf dem im Blueprint der zweiten Säule 2020 erwähnten Ansatz der „Tax Administrative Guidance“ basiert. Sie ermöglicht es multinationalen Unternehmen, vorhandene Informationen zu nutzen, um zu vermeiden, dass sie einen vollständigen effektiven GloBE-Steuersatz für ein bestimmtes Land berechnen müssen. Gleichzeitig wird eine objektive und faire Bewertung aller interessierten Länder gewährleistet.

Eine angemessene Vereinfachung der bisherigen Vorschriften der zweiten Säule wird entscheidend sein, um die Akzeptanz zu fördern und den betroffenen Unternehmen die Einhaltung der Vorschriften zu erleichtern.  Wir hoffen, dass unser Vorschlag dazu beiträgt, die Debatte über mögliche Vereinfachungen der Vorschriften der zweiten Säule zu bereichern. In Anbetracht des engen Zeitplans für die Umsetzung der Mindestvorschriften müssen die politischen Entscheidungsträger schnell eine praktikable Lösung finden.

 

Zitation des Blogs:

Englisch, J., Harst, S., Schanz, D., Siegel, F. (Februar 02). Vereinfachung der globalen Mindeststeuer: Eine einfache, aber praktikable Lösung., TRR 266 Accounting for Transparency Blog. https://www.accounting-for-transparency.de/de/blog/vereinfachung-der-globalen-mindeststeuer-eine-einfache-aber-praktikable-loesung/

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