Neues Wachstumschancengesetz setzt Forderungen von TRR 266-Forschenden um

Heute hat die Bundesregierung im Kabinett den Entwurf für das Gesetz zur Stärkung von Wachstumschancen, Investitionen und Innovation sowie Steuervereinfachung und Steuerfairness (kurz: Wachstumschancengesetz) beschlossen. Ein Gesetz, das mehr Wachstum, Investitionen und Innovationen in Deutschland ermöglichen und so wirtschaftlichen Krisen (ausgelöst beispielsweise durch die Corona-Pandemie, die Energiekrise durch den Ukraine-Krieg und Problemen durch den Klimawandel) entgegenwirken soll.

Eine wichtige steuerliche Vereinfachung, die das Gesetz beinhaltet, ist der erweiterte Verlustrücktrag. Dieser wurde bereits mit dem vierten Corona-Steuerhilfegesetz auf zwei Jahre und wird jetzt mit dem Wachstumschancengesetz nochmal um weitere drei Jahre verlängert (von 2024 bis 2027). Eine Gesetzesänderung, die auch der TRR 266 mitangestoßen hat: Bereits Anfang 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie forderten die TRR 266-Forschenden einen erweiterten Verlustrücktrag, um Liquiditätsengpässe zu bekämpfen.

Zudem wurde die Prozentgrenzen bei der Mindestgewinnbesteuerung im Rahmen des Verlustvortrags temporär auf immerhin 80 Prozent angehoben. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, auch wenn eine vollumfängliche Beseitigung dieser betraglichen Beschränkung wünschenswert gewesen wäre. Denn die Möglichkeit, aktuelle Verluste möglichst vollumfänglich mit künftigen Gewinnen zu verrechnen, ist für Unternehmen eine wichtige Liquiditätshilfe – und kann Investitionen wirksam fördern.

Als weitere Maßnahme werden eine Investitionsprämie für Klimaschutzinvestitionen und die temporäre Einführung einer degressiven Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter vorgeschlagen.  Auf die Bedeutung von beschleunigten Abschreibungen und Investitionsprämien als Instrumente zur Stimulierung von Investitionen und ihren Implikationen haben auch die TRR 266-Forschenden wiederholt hingewiesen.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

Verlustrücktrag

News Beitrag: https://www.accounting-for-transparency.de/de/news/steuerwissenschaftlerschlagen-einen-sofortigen-verlustruecktragzurbekaempfung-von-liquiditaetsengpaessen-vor/

Pressemitteilung: https://www.accounting-for-transparency.de/wp-content/uploads/2020/04/trr266_verlustru%CC%88cktrag_corona-soforthilfe.pdf

Blog Post: https://www.accounting-for-transparency.de/de/covid-19-bekaempfung-von-liquiditaetsengpaessen-mit-sofortigem-verlustruecktrag/

 

Investitionsprämie, degressive Abschreibung & Verlustrücktrag

Sureth-Sloane, C. (2022). Steuerpolitische Perspektiven der neuen Legislaturperiode – Chancen und Herausforderungen. FinanzRundschau, 104(8), 325-331. https://doi.org/10.9785/fr-2022-1040802

 

 

Beteiligte Institutionen

Die Hauptstandorte vom TRR 266 sind die Universität Paderborn (Sprecherhochschule), die HU Berlin und die Universität Mannheim. Alle drei Standorte sind seit vielen Jahren Zentren für Rechnungswesen- und Steuerforschung. Hinzu kommen Wissenschaftler der LMU München, der Frankfurt School of Finance and Management, der Goethe-Universität Frankfurt, der Universität zu Köln und der Leibniz Universität Hannover, die die gleiche Forschungsagenda verfolgen.